Star Citizen Story – My first interstellar Flight

Ich hatte nicht daran geglaubt, dass man tatsächlich einmal auf riesigen Planeten spazieren gehen würde.

Ohne Landezonen, ohne Einschränkungen, ohne Ladebildschirme – und wurde eines besseren belehrt. Wir spazieren auf Monden herum wo wir wollen und wann wir wollen.
Ich hatte auch nicht für möglich gehalten, dass man tatsächlich unendlich in den Weltraum hinaus fliegen kann, ohne irgendwann an eine Map-Grenze zu stoßen und war der festen Überzeugung, dass der uns umgebende Weltraum nur aneinander gefügte Hintergrundbilder sind. Ich habe es mit eigenen Augen erlebt und war draußen im Leerraum zwischen den Sternen. Unglaubliche 31.155.734.475 km von Port Olisar entfernt!

  
Ich wusste schon immer das in meiner prachtvollen Freelancer mehr steckt als man ihrem unbefleckten silberglänzendem Leib ansieht. Hersteller MISC (Musashi Industrial & Starflight Concern) lässt zwar durchblicken das Alien-Technik der Xi’An in die Designfindung der Freelancer berücksichtigt wurde, aber was da wirklich drin steckt scheint selbst bei MISC kein noch so hochbezahlter Ingenieur zu ahnen. Es gibt unbestätigte Gerüchte darüber das Antriebstechnologie der Xi’An in der Freelancer stecken könnten, aber das leugnet MISC hartnäckig.
Ich weiß das allerdings seit meinem letzten Flug besser. In meiner Freelancer steckt etwas unglaubliches das dich hinaus katapultiert in den interstellaren Raum. Dahin wo dich das Licht der Sonne Stanton nicht mehr erreicht, dahin wo Stanton nur noch ein Pünktchen unter Milliarden anderen Sternen ist. Dort wo die absolute Dunkelheit herrscht! Es war unglaublich, es war phantastisch – unser erster interstellarer Flug!

Aber der Reihe nach.
Wir alle wissen, zum derzeitigen Stand der interstellaren Technik sind Flüge nach außerhalb des Stanton-System nicht möglich. Ja wir können nicht mal die äußeren Planeten des Systems Arccorp und Microtech erreichen. Wir wissen sie sind da, wir wissen sie sind besiedelt – aber wir können nicht hinfliegen.
RSI kann es, hütet aber das Geheimnis wie die Henne ihr Ei. Robert Space Industries selbst hat Berichte über Flüge zu den äußeren Planeten durchsickern lassen. Die Video-Aufzeichnungen darüber sind legendär.

 
Darf ich euch vorstellen: Space Commander Entenkiller. Meine Navigatorin Solveig-Enten rechts. Und außerdem beteiligt und Zeuge des Abenteuers DonZut, der das ganze Drama akustisch aus dem Flugleitzentrum (TeamSpeak) verfolgen konnte. In Diensten des „Fürstentum Entenstein“ bereisen wir seit Wochen die Monde des Gasriesen Crusader und verdienen uns mühevoll unseren Sold. Ladung für Ladung, Auftrag für Auftrag, Credit für Credit!
Auch an diesem Tag waren wir wieder geduldig im Verse unterwegs und ließen uns auch nicht von den hartnäckigsten technischen Pannen im System verprellen.
Wir tingelten mit der Freelancer von Mond zu Mond, von Basis zu Basis, von Station zu Station und packten ihren Laderaum randvoll.

  
Es gab dieses mal überraschenderweise keinerlei Probleme. Keine „Kurs“-Abstürze, keine nervigen Käfer an Bord der Freelancer die sensible Kabelstränge annagten, noch totales Systemversagen das uns zurück auf die Port Olisar-Station zwang. Wir karrten ran was wir gewinnbringend zu veräußern hofften. Die Einkaufspreise für unsere bevorzugten Rohstoffe waren sensationell im Keller. Es konnte endlich der große Coup werden, der fette Gewinn.
  
Aber ganz ohne Schwierigkeiten lief es dennoch nicht ab. Bei einer Nacht-Landung auf dem Eisplaneten Yela gab es statt einer sauberen Landung einen kontrollierten Absturz, infolge technischer Mängel des Höhenmessers. Nicht zum ersten Mal. Ich war fuchsteufelswild. Wir hatten Waren im Wert von knapp 100.000 eUEC geladen und legten eine Landung hin wie ein Brett das auf dem Wasser aufschlug.
Einen weiteren kuriosen Zwischenfall gab es auf einer kleinen Basis auf Daymar, der zunächst lächerlich erschien und keinerlei Anlass zur Sorge gab. Der Zwischenfall gehört eher in die Kategorie Peinlich. Peinlich für meine Co-Pilotin!
Beim Start verfing sich Solveig-Enten, die zwischenzeitlich das Steuer übernommen hatte damit ich mir die Beine vertreten konnte, tatsächlich in einem der Beleuchtungsmasten die um die kleine Basis herum standen. Mir fiel fast der Kaffee vor lachen aus der Hand beim Anblick dieser peinlichen Aktion. Meine Güte, da stehen zwei solche Dinger rum und sie nimmt einen davon mit. Man sollte meinen, wir hätten mit unseren kräftigen Triebwerken das Ding einfach bei Seite geräumt oder aus seinem Fundament gerissen und mit ins All geschleppt. Mitnichten, dass Ding war derart verankert, dass es die Freelancer fast auseinander gerissen hätte. Die Minen-Gesellschaft schien öfters mit derartigen Kollateralschaden konfrontiert gewesen zu sein, dass sie die Beleuchtungsmasten atombombensicher verankert haben.
Jedenfalls kam meine Co-Pilotin erst nach einigen vergeblichen Versuchen von dieser Angel wieder frei, allerdings dabei einigemal heftig auf dem staubigen Boden aufschlagend. Das schien zunächst nicht weiter dramatisch.
Aber bei unserem nächsten Zwischenstopp wurde das ganze Ausmass des Schadens erst offenbart. Das linke Triebwerk war heftig angeschlagen, der Steuerflügel war gar ganz abgeschlagen. So konnten wir nicht weiter durch das Crusader-Mondesystem tingeln. Schon beim Landeanflug fingen einige der Warnsysteme nervig zu blinken an. Ich entschloss mich, die Ware erst einmal zu verkaufen und dann schnellstens eine Reparatur-Station anzufliegen. Ein fataler Fehler!
  
Wir landeten ohne weitere Probleme auf Port Olisar. Während Solveig-Enten an Bord blieb eilte ich schnurstracks in die Station zum Terminal für den Aufkauf unserer Ladung. Ich traute meinen Augen nicht – die Preise waren im Keller! Die Handels-Corporation bot mir für meine wertvollen Mineralien nicht mal 50% Gewinnspanne. Normalerweise konnte ich mit wenigstens 100% rechnen, manchmal sogar schon 200% Gewinn. Mir stieg das Blut zu Kopf, wenn ich nur daran dachte, dass die Bande daraus sogar 300% Gewinn machten.
Ich stürmte wieder zurück zur Freelancer auf das Landedeck ohne die Ladung veräußert zu haben. Es blieb noch die Levski-Basis weiter draußen, dort zahlte die Minen-Corporation mitunter bessere Preise. Mit einem handfesten Knoten im Magen prügelte ich die Freelancer in den freien Raum hinaus, weg von Port Olisar-Halsabschneiderstation. Grim Hex erschien mir dagegen wie ein Wohlfahrtsort.
Ich dachte in dem Moment mit keiner Silbe an die technischen Probleme der Freelancer. Nur mein Profit beherrschte mein Denken.
Der Navigations-Computer verweigerte eine direkte Passage nach Delarmar/Levski, weiß Gott warum, so dass ich nicht direkt in den Quantum Travel springen konnte. Ich wendete die Freelancer um eine alternative Route zu finden. Die Cry-Astro-Service Station sprang mir im Nav-Computer förmlich ins Visier meines Raumhelmes. Verdammt, augenblicklich kamen mir alle meine technischen Probleme mit der Freelancer wieder zu Bewusstsein. Mit einem angeschlagenen Raumschiff sollte ich nicht so eine weite Quantum-Passage fliegen.
Ohne länger zu überlegen wählte ich einen kurzen Minisprung zur Service/Reparatur Station in den Navigations-Computer. Es war nur eine Mini-Passage, die Cry-Astro Station hatte ihre Flugbahn ebenfalls um Crusader herum und lag auf direkter Linie.
Als ich den Blick vom Nav wieder aus meiner Frontscheibe hob, blickte ich direkt in die Aufbauten von Port Olisar. Ich sah die vollen Landedecks, die grünen Schiffsmarkierungen im Head Up Display, startende und abfliegende Raumer.
Wow, dachte ich noch, das geht direkt durch die verdammte Halsabschneider-Station hindurch. Ich zweifelte noch einen Sekundenbruchteil daran, dass der Nav-Computer diesen Sprung tatsächlich initiierte und lehnte mich zurück, gespannt drauf wartend, was passieren würde. Aber der Navigations-Computer dachte gar nicht daran den Sprung zu anulieren und lies den Countdown unbeeindruckt runter ticken.
Und dann ging es ab. Mitten durch die Station hindurch wie ich erwartete. Frohlockend sah ich entsetzte Dispatcher vor ihren Schirmen aufschreien, den tollkühnen Freelancer-Piloten verfluchen und Katastrophen-Alarm ausrufen. Irgendwo sah ich auch eine nackte Blondine in ihrer Kabinendusche erschrocken ihre Blöße bedecken, während ich mit einem breiten Grinsen durch ihre Kabine düste. Die Vorstellung gefiel mir wahrhaftig. Aber es kam alles ganz anders.
 
Irgendwie hatte doch ein Schutzmechanismus gegriffen und den Sprung durch die Station verhindert. Entweder war ein Sicherheits-System von Port Olisar angesprungen, hatte uns quasi abgewehrt oder der Nav-Computer hatte in letzter Sekunde reagiert um eine Katastrophe zu verhindern. Ich allerdings bevorzuge eher meine geheime Verschwörungstheorie von verborgenen Variablen der Alien-Technik in der Freelancer.
Im ersten Moment realisierte ich auch gar nicht wirklich was passierte.
Der Quantum Drive war ordnungsgemäß angesprungen und hatte uns in den Zwischenraum befördert. Wir waren definitiv mit der Freelancer in den Slipstream-Sprung befördert worden, um mal meine bevorzugte Bezeichnung verwenden zu dürfen. Nur eben nicht vorwärts!
Wir donnerten rückwärts durch den Quantum Travel. Buchstäblich! Ich sah Port Olisar vor dem Bug der Freelancer rasend schnell verschwinden und mit irrsinniger Geschwindigkeit zurück bleiben. Die Zahlenkolonnen in den Anzeigen überschlugen sich förmlich.
Ich sah, registrierte, staunte nur – ohne wirklich zu verifizieren was da eben tatsächlich geschah, denn es fühlte sich nicht falsch an.

Port Olisar entfernte sich mit rasender Geschwindigkeit. Die Anzeige raste wie irre. 100.000 km, 500.000 km, 1.000.000 km – mir kam in den Sinn, dass ich jetzt wohl jenseits von Delamar sein musste. Wenn die Anzeige überhaupt stimmte. Irgendwie klammerte sich mein Verstand noch an die Tatsache, dass es lediglich ein Anzeigefehler war und ich gleich in den Normalraum zurück fiel und Levski ansteuern konnte.
Stattdessen geschah etwas ganz neues, unerwartetes. Obwohl ich die Hände weit entfernt von den Steuerelementen hielt und einfach nur staunte, bewegte sich der Lichteinfall der Sonne Stanton im inneren des Steuerraums von Backbord zum Bug hin. Ganz so als hätte ich ein Steuermanöver geflogen. Mir klappte regelrecht die Kinnlade nach unten …
Erst als ich in die Außensicht schaltete sah ich, dass nicht das Schiff eine Steuerbewegung vollzogen hatte, sondern die Sonne Stanton selbst sich scheinbar bewegte. Sie blieb hinter der Freelancer zurück und wanderte bugwärts aus. Dabei schrumpfte sie zunehmend. Auch die sonst so prachtvoll am Sternenhimmel hängenden planetaren Wolken schrumpfen und zogen allesamt vor unser Bug.
Wir bewegten uns nach wie vor mit der Freelancer rasend schnell rückwärts durch den Quantum Travel. Und trotzdem konnte ich all diese Bewegungen beobachten.
Ich sah richtig wie die Sonne Stanton zu einem winzigen Stern und dann zu einem von Milliarden anderen wurde. Es gab keine Möglichkeit mehr ihn von den anderen Lichtpünktchen im Sternenmeer zu unterscheiden.
Inzwischen war die Freelancer schon längst jenseits der einhundert, zweihundert, dreihundert Millionen-Markierung von Port Olisar entfernt. MicroTech war als entferntester Planet ungefähr 52.000.000 km von der Sonne Stanton entfernt und ihr äußerster Planet im System.
Wir war also bereits weit jenseits der Grenzen dieses Sonnensystems. Die Freelancer flog an der Schwelle zum interstellaren Raum! Ich zweifelte nun keine Sekunde mehr daran das die Angaben stimmten, mit eigenen Augen hatte ich beobachtet wie die Sonne Stanton hinter uns zurück geblieben war.
Jetzt brachen alle Dämme im Steuerraum. Wir jubelten, wir schrien – wir waren im interstellaren Raum!
DonZut im Kontrollzentrum verstand nur Bahnhof und realisierte nicht was hier gerade passierte. Ich gab ihm immer wieder die Daten des Entfernungsmessers durch und er blieb unnatürlich ruhig, ganz so als übermittelte ich ihm den Wasserstand von Daymar. Irgendwann fragte er lediglich ob die Anzeigen auch tatsächlich korrekt waren. Und das war es auch schon – er glaubte mir kein Wort!

Inzwischen gab es einen neuen Effekt an Bord des Raumschiffes wie ich ihn noch niemals zuvor erlebt hatte: Der gesamte Schiffskörper begann zu vibrieren! Erst fiel es mir gar nicht auf, aber mit zunehmender Entfernung zum Stanton-System vibrierte jede Konsole, jeder Schalter, jedes Display, die Sitze und sogar wir selbst unabhängig voneinander immer heftiger. Es war kein einheitliches Vibrieren des gesamten Schiffsrumpfes, sondern jedes Teil oder Modul hatte seinen eigenen Rhythmus.
Es gab sogar eine Geräuschkulisse überbeanspruchter Aggregate oder Triebwerke. Zwar nicht so dramatisch wie das vibrieren der Schiffskomponenten, aber dennoch unterschwellig vorhanden.
Wir jagten über die ein Milliarden-km-Grenze hinaus! Immer weiter hinaus in den interstellaren Raum. Erst jetzt realisierte ich, dass der Quantum Drive, also der Antrieb der das schnelle Reisen überhaupt erst ermöglicht, eigentlich ausgebrannt sein müsste. Die Anzeige stand auch tatsächlich auf Null, was dem Aggregat selbst völlig egal zu sein schien. Es jagte uns unvermindert weiter hinaus in den interstellaren Raum.
Ich zweifelte inzwischen auch nicht im geringsten daran, dass wir weitaus schneller flogen, als es diese Geräte normalerweise ermöglichten. Angegeben waren wohl um die 20% der Lichtgeschwindigkeit. Aber so schnell wie wir das Stanton-System verlassen hatten mussten wir uns wenigstens mit dem drei-bis vierfachem der normalen Quantum Travel-Geschwindigkeit bewegen. Wenn nicht sogar mit Lichtgeschwindigkeit!

Nach etwa 30 min im Quantum Travel und über 31 Milliarden km (!!!) zog ich den Stecker aus Angst die Freelancer könnte auseinander brechen und ich nicht mehr erleben, wie sich der interstellare Raum zwischen den Sternen anfühlte. Denn die Vibrationen an Bord waren inzwischen so heftig geworden, dass man nicht mal mehr im Stande war im MobiClass durch die Apps zu schalten. Alles vibrierte und wackelte wie die Hölle. Und auch die Geräusche in der Kabine hatten sich inzwischen von einem gequältem Säuseln zu einem unheilverkündendem Heulen gesteigert.

Buchstäblich mit einem Knall wurden wir aus dem Quantum Travel geschleudert. Rückwärts! Ich sah sekundenlang einen Feuerball und befürchtete schon, die Freelancer würde den Interstellaren Raum doch nicht in einem Stück erreichen. Jetzt hätte nur noch das Geräusch einer heruntertourenden Turbine gefehlt und die Illusion wäre perfekt gewesen. Dann hätte ich an ein hammermäßiges Features geglaubt, dafür einen simplen Bug ausgeschlossen.
Aber es war alles wie immer im Raumschiff, nachdem man den Quantum Travel verlassen hat. Die Triebwerke gingen zu ihren normalen Betriebsmodus über als  wäre es niemals anders gewesen. Das Vibrieren war weg und die Freelancer glitt aalglatt und sanft durch den Weltraum.
Die Triebwerke reagierten ganz normal auf alle Steuerbefehle, ich konnte beschleunigen und verzögern, den Nachbrenner zünden und auf Höchstgeschwindigkeit prügeln. Es gab keine Einschränkungen.
Wir waren verblüfft und starrten fassungslos auf den Weltraum vor uns: Wir waren im interstellaren Raum!
  
Und der war anders als wir das bisher von unseren Tingeltouren durch das Stanton-System kannten: DUNKEL!
Die Milliarden Lichtpunkte ferner Sterne waren da, aber sie vermochten die unendliche Leere des interstellaren Raumes nicht mit Licht zu füllen. Vom Stanton-System fehlte jede Spur und somit alles was einem vertraut und lieb geworden war: Die Sonne Stanton, der Gasplanet Crusader samt seiner Monde, und alles an Planetaren Gasnebeln was das sonst so farblose Weltall mit bunten Klecksen und Schlieren erfüllte.
Und da es keine Lichtquellen gab, gab es auch nichts was am sonst silberglänzenden Leib der Freelancer reflektiert werden konnte. Sie war einfach nur ein schwarzer Fleck im unendlichen Sternenmeer! Einzig die Positionsleuchten schufen ein paar wenige Farbkleckse.
Es war faszinierend und so unglaublich realistisch wie ein interstellarer Leerraum nur realistisch sein konnte.
Wir waren begeistert bis euphorisch und jubelten: Wir waren die ersten Raumfahrer im interstellaren Raum!
DonZut aus dem Kontrollzentrum des Fürstentum Entenstein gratulierte uns vorsichtig und hörte sich weiterhin geduldig unsere Berichte und Eindrücke aus dem interstellaren Raum an. Wahrscheinlich wog er immer noch die Möglichkeiten ab, ob er hier im großen Maßstab auf die Schippe genommen wurde oder ob wir auf irgendeinem Asteroiden aufgeschlagen waren und nun langsam den Verstand verloren.

Wenig später bemerkten wir zum ersten Mal mit erstaunen, dass sämtliche Luken der Freelancer offen standen. Sprenge weit offen! Nicht nur die Heckklappe, mit der wir ja quasi voran in den Quantum Travel gesprungen waren, sondern der Seitenausstieg ebenso, wie die obere Pol-Schleuse. War das der Auslöser für den offensichtlichen Antriebsfehler gewesen? Vielleicht!
Eine Sichtkontrolle der Laderaum-Sektion zeigte nur, dass es keine weiteren Schäden durch die offenen Luken gegeben hatte. Auch die Fracht-Container standen unversehrt an ihren Plätzen. Ein Check aller Schiffs-Systeme bestätigte nur unsere Vermutung, dass es keine ernst zunehmenden technischen Havarien an Bord der Freelancer gab. Es gab weder Überhitzungen im Kühlsystem, Energieverluste, noch irgendwelche Hinweise auf ausgebrannte Antriebseinheiten oder Treibstoffmangel. Gerade letzteres sollte man nach so einem Höllenritt über so eine gewaltige Entfernung ja wohl erwarten.
Wir hatten durch Zufall eine unglaublich effiziente Antriebs-Variante entdeckt die alles bisherige weit in den Schatten stellte. Wir würden die interstellare Raumfahrt revolutionieren – wir würden Reich werden! Mit dieser Triebwerks-Entdeckung würde uns die Galaxie zu Füssen liegen.
DonZut im Kontrollzentrum vermochte unserer immer höher schlagenden Euphorie immer noch nicht zu folgen. Schließlich holte er uns mit einer schlichten Frage auf den Boden der Tatsachen zurück.
„Ja dann könnt ihr ja wieder zurück fliegen!“
Konnten wir das? Wir wussten es nicht. Technisch gesehen konnten wir, denn es sprach nichts dagegen.
Die Ernüchterung kam als wir versuchten im Navigations-Computer ein Ziel für den Quantum Travel auszuwählen. Es ging nicht! Es gab kein einziges Ziel das wir hätten anwählen können. Wir waren so weit vom Stanton-System entfernt, dass der Nav kein Ziel mehr fand.
  
Wir waren im Interstellaren Raum gestrandet! Wir waren am Arsch …
Wie sollten wir nun das Rätsel hinter dem mysteriösen und scheinbar defekten Quantum Drive ergründen können, wenn wir die wertvolle Freelancer im Leerraum zurück lassen mussten? Mit ihr blieb das Geheimnis des superschnellen- und supereffizienten Hyper-Antriebs im Interstellaren Raum zurück.
So schnell gaben wir dann zwar doch nicht auf und versuchten noch einige verzweifelte technische Kniffe den Nav-Computer doch noch zu überlisten, flogen mal in die Richtung und mal in die andere, ohne allerdings wirklich zu wissen, welche Richtung nun der richtige zurück ins Stanton-System wäre.
Schließlich liesen wir es uns auch nicht nehmen und unternahmen noch einige Weltraum-Ausstiege in den Leerraum. Erfreuten uns der unendlichen Leere die uns umgab und heulten schließlich unsere Helme voll, angesichts unserer ausweglosen Situation. Immerhin, so trösteten wir uns, waren wir die ersten Menschen hier draußen im Interstellaren Raum.
Wir hatten die vielleicht bedeutendste Entdeckung, seit den Zeiten des menschlichen Aufbruchs in die Milchstraße hinaus, für die galaktische Raumfahrt in den Händen gehalten … und haben sie doch wieder verloren!
Für einen kurzen Moment hatten wir noch die Idee, die Freelancer einfach im Normalraum mit normaler Raumgeschwindigkeit zurück ins Stanton-System zu steuern, aber allein bei der unglaublichen Entfernung von etwa 31 Milliarden km stockte uns der Atem. Das waren so ca. 0.2 Lichtjahre und würde wenigstens ein paar dutzend Jahre dauern. Wenigstens.
Dabei übersahen wir allerdings die Tatsache, dass wir gar nicht wussten in welche Richtung wir die Freelancer steuern sollten. Da draußen vor dem Bug des Raumschiffes leuchteten Milliarden von Sterne und jeder sah aus wie der andere. Und jeder davon konnte die Sonne Stanton sein.
Wir gaben auf und liesen uns zurück nach Port Olisar sterben. Es war hoffnungslos …

Als letzter Beweis, dass wir tatsächlich da draußen im Leerraum zwischen den Sternen waren, noch diese Aufnahme die nach dem Erwachen auf der Raumstation entstand. Mir wurde meine Freelancer sogar noch aus dieser gigantischen Entfernung anzeigt: Unglaubliche 31.155.734.475 km!

Natürlich war es ein Bug, wenn auch ein außergewöhnlicher, der uns zudem das bisher spannendste Abenteuer im Verse beschert hat.
Aber es hat sich niemals und zu keiner Zeit angefühlt wie einer!
Davon mal abgesehen, dass wir da wirklich rückwärts in den Quantum Travel gesaugt wurden und die ganze Strecke auch mit dem offenem Heck voran geflogen sind, stimmte trotzdem alles und fühlte sich ECHT an. Zu SEHEN, wie das ganze Stanton System hinter dem Raumschiff zurück blieb, Planet für Planet, Nebel für Nebel und schlussendlich sogar die Sonne selbst, war einfach unglaublich.
Gleichzeitig bin ich gedanklich vor RSI ehrfurchtsvoll in die Knie gegangen. Was für eine Engine! Was für eine Programmierung.
Ich habe nicht daran geglaubt, dass man tatsächlich einmal auf riesigen Planeten spazieren gehen kann, ohne Landezonen, ohne Einschränkungen, ohne Ladebildschirme – und wurde eines besseren belehrt.
Ich hatte auch nicht für möglich gehalten, dass man tatsächlich unendlich in den Weltraum hinaus fliegen kann, ohne irgendwann an eine Map-Grenze zu stoßen und war der festen Überzeugung, dass der uns umgebende Weltraum nur aneinander gefügte Hintergrundbilder sind. Aber ich habe selbst gesehen wie alle Solaren Objekte des Stanton-System kleiner wurden und buchstäblich HINTER UNS zurück blieben.
Was ich mit dieser ungewollten technischen Panne erlebt habe ist schier unglaublich und hat mich dermaßen in Begeisterung und Ekstase versetzt wie ich sie bisher noch bei keinem Computerspiel erlebt habe. Es hat mir spontan und völlig unerwartet gezeigt was uns die nächsten Jahre noch alles erwarten wird.

 

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